Täter und Täterinnen suchen ihre Opfer auch im Netz.

Sexueller Missbrauch geschieht überall auf der Welt und in jedem sozialen Milieu. 80 bis 90 Prozent aller Fälle finden innerhalb des nahen sozialen Umfelds von Kindern und Jugendlichen statt (Familie, Freunde der Familie, Nachbarschaft, Schule, Kirche, in sozialen Netzwerken im Internet, etc.).

Das Internet ist ein Medium, das zunehmend mehr Kinder und vor allem Jugendliche gerne nutzen. Chatten, Instant Messaging, Social Networking – all das und vieles mehr macht Spaß und wird leider auch von Tätern und Täterinnen genutzt, um mit Kindern und Jugendlichen in 
Kontakt zu treten. Umso wichtiger ist es, die möglichen Risiken zu kennen und mit Kindern bzw. Jugendlichen darüber zu sprechen. Reine Verbote nutzen nicht viel, denn Verbote werden immer wieder umgangen. Wichtiger ist es, mit Kindern und Jugendlichen im Gespräch zu bleiben und ihnen die Möglichkeit zu geben, Hilfe zu finden, wenn sie in Not geraten.  

Kinderpornografie: Einmal im Netz = immer im Netz!

Das Internet hat die Verbreitung kinderpornografischen Materials ungeheuer erleichtert. So wird es auch von Pädophilen bzw. Tätern und Täterinnen genutzt, um Verbindungen zu knüpfen, Material zu tauschen oder zu verkaufen. Dabei müssen wir uns immer wieder in Erinnerung rufen, dass kinderpornografische Ausbeutung die weitere (kommerzielle) Nutzung der fotografischen oder filmischen Dokumentation realen sexuellen Missbrauchs ist!

Das Internet

  • erlaubt Zugang zu einer großen Anzahl pornografischer Bilder aus aller Welt.
  • erlaubt es, Fotografien zu jeder Zeit und von jedem Ort sofort zugänglich zu machen.
  • erlaubt es, Fotografien (scheinbar) anonym und privat anzuschauen.
  • erleichtert die direkte Kommunikation und das „File-Sharing“ zwischen den InternetnutzerInnen. 
  • liefert Pornografie relativ preisgünstig.
  • stellt Bilder und Filme von hoher digitaler Qualität zur Verfügung, die also nicht „vergilben“ und zudem noch bequem „gelagert“ werden können.
  • stellt verschiedene Formate (Fotos, Videos, Sound) zur Verfügung und
  • erlaubt außerdem die Möglichkeit einer „Real-Time“ Interaktion. 
  • erlaubt Zugang zu digitalen Bildern/Filmen die „bearbeitet“ wurden, um virtuelle Abbildungen (sog. Morphing) zu erhalten.
  • ermöglicht den direkten Zugang zu Kindern und Jugendlichen in Chatrooms und Social Networks.

Pädokriminalität wird verstärkt von internationalen kriminellen Netzwerken organisiert, die sich dabei digitaler Technologie und des Internets bedienen.

  • Insgesamt ist bei Kindesmissbrauchsabbildungen und -filmen eine Tendenz zu immer jüngeren Opfern zu erkennen.
  • Seit 2002 erhielt und analysierte die US-Datenbank von NCMEC (National Center for Missing and Exploited Children) annähernd 49 Millionen kinderpornografische Fotos und Videos, darunter mehr als 13 Millionen allein in 2010.
  • Gemeinsam verfügen Interpol, CEOP und andere Datenbanken der Strafverfolgungüber knapp eine Million Abbildungen individueller betroffener Mädchen und Jungen.
  • Für Opfer bedeutet die Verbreitung der Bilder die Sprengung der Raum-Zeit Dimension. Zusätzlich bildet sich mittlerweile ein neues Störungsbild – neben PTSD, Depression, etc.: Paranoia.
 
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